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 Projektinformation
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Integrierte Mikrosysteme der Versorgung
Dynamik, Nachhaltigkeit und Gestaltung von Transformationsprozessen in
der netzgebundenen Versorgung.
Verbundprojekt im Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische
Forschung " des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF
).
Laufzeit 07/2002 - 04/2006Ziel des Projektes war es, gemeinsam mit
Partnern aus der Praxis mögliche zukünftige Entwicklungspfade der
Versorgungssysteme und die damit verbundenen wirtschaftlichen,
politischen, technischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen zu
identifizieren, um die Entwicklung nachhaltiger Handlungsstrategien zu
ermöglichen. Ausgangspunkt bildete die Hypothese, dass die
Transformationsprozesse in den verschiedenen Versorgungssektoren
Ähnlichkeiten aufweisen und sich gegenseitig beeinflussen. Somit hätte
eine isolierte sektorbezogene Betrachtung zu kurz gegriffen.
„Integrierte Mikrosysteme der Versorgung“ bezeichnet eine verbreitete
Erwartung zukünftig hoch dezentraler Versorgung, die im Projektprozess
systematisch reflektiert und hinterfragt wurde, um robuste
Handlungsorientierungen für eine nachhaltige Entwicklung zu gewinnen.
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Problem: Die Zukunft der Versorgung gestalten
Der Versorgungssektor steht in einer Phase des Umbruchs. Die durch
Liberalisierung, Globalisierung der Märkte sowie technische und
kulturelle Entwicklungen angestoßenen
Veränderungsprozesse bieten eine einmalige Chance zur nachhaltigen
Gestaltung der sozio–technischen Versorgungssysteme für
Strom, Gas, Wasser und
Telekommunikation. Hierzu ist es notwendig, die für künftige
Entwicklungen bestimmenden Faktoren und Zusammenhänge zu erkennen und
geeignete Handlungsstrategien für die beteiligten Akteursgruppen zu
entwickeln.
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Methode: Sustainability Foresight
Die Gestaltung von Transformationsprozessen auf Sektorebene ist eine
komplexe Herausforderung. Sowohl das Wissen über zukünftige Wirkungen
von Handlungsalternativen ist unsicher, wie auch die Frage, wie genau
eine nachhaltige Versorgung aussehen soll. Hinzu kommt, dass die
Einflussmöglichkeiten, Strukturwandel tatsächlich einzuleiten und zu
gestalten nicht an einer zentralen Stelle zu kontrollieren sind, sondern
auf viele verschiedene Akteure auch mit unterschiedlichen Interessen
verteilt sind.
Die im Projekt entwickelte
„Sustainability Foresight“ Methode ermöglicht gruppenübergreifende
Lernprozesse auf Sektorebene. Verfahren der explorativen
Szenarioentwicklung, diskursiven Nachhaltigkeitsbewertung, und
kontextbezogenen Strategieentwicklung wurden dafür miteinander
kombiniert. Praxisakteure aus wirtschaftlicher Produktion,
gesellschaftlicher Nutzung und politischer Regulierung von
Sektorleistungen wurden in verschiedenen partizipativen Verfahren
eingebunden (insgesamt knapp 150 Personen). Erwartungen in Bezug auf
zukünftige Veränderungen und Herausforderungen wurden in
Gestaltungsstrategien für kritische Innovationsfelder überführt Um mit diesen Bedingungen umzugehen, Bedarf es besonderer Methoden. Die Sustainability Foresight Methode verbindet spezielle Elemente aus der partizipativen Forschung und Strategieentwicklung in drei Phasen:
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Ergebnis: Gestaltung kritischer Innovationen
Im Projekt wurden Gestaltungsstrategien – zunächst exemplarisch - für
drei kritische
Innovationsfelder ausgearbeitet. Dabei handelte es sich um solche
Bereiche, in denen in den nächsten Jahrzehnten Entwicklungen erwartet
werden, die starken Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Versorgung
haben, je nach dem, wie sie ausfallen.
Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung: Werden sich Heizungen zunehmend in
Mini-Stromkraftwerke verwandeln? Werden Eigenheimbesitzer zu
Stromproduzenten? Werden dadurch Energiesparmaßnahmen und erneuerbare
Energien wie z.B. Solarthermie verdrängt?
Smart Building:
Werden Gebäude von passiven Hüllen zu aktiven Lebenshilfe-Managern,
indem Geräte, Heizungs- und Sanitärinstallationen vernetzt, programmiert
und ferngesteuert werden? Werden Gebäude damit zu Kernzellen gekoppelter
Produktion und Nutzung von Versorgungsleistungen? Welche Auswirkungen
hätte das für die gesellschaftliche Integration von alten und kranken
Menschen? Und würde der Energie- und Ressourcenverbrauch durch
intelligentes Management gesenkt werden – oder sogar steigen?
Netzregulierung: Wird der Zugang und die Benutzung von
Leitungsnetzen zukünftig auf europäischer Ebene durch eine Mega-Agentur
für alle Sektoren geregelt? Oder wird sie zurück in die Hände der
Selbstregulierung der Verbände gelegt? Was hätte das für Auswirkungen
für die Anpassungsfähigkeit der Netzstruktur an veränderte Erzeugungs-
und Nutzungsmuster wie z.B. verteilte Erzeugung und dezentrales
Energiemanagement in aktiven Netzen?
In der letzten Phase des Sustainability Foresight wurde für jedes
Innovationsfeld eine Agenda mit
Gestaltungsmaßnahmen erarbeitet. Je nachdem, welches Szenario
zukünftiger Versorgung sich entfaltet, können verschiedene
Gestaltungsoptionen aktiviert werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind
in ein übergreifendes institutionelles Arrangement zur Gestaltung von
Systeminnovationen im Rahmen der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
eingebettet.
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